Gastartikel: Mein Shapewear-Fiasko

Plötzlich ohne Unterwäsche auf einer Hochzeitsfeier? Ein Horrorszenario, das für unsere Gastautorin Anne leider wahr wurde. Schuld: schlecht sitzende Shapewear. Lest hier ihre Erfahrung mit Shapewar – und was sie daraus gelernt hat.

Große Größen Unterwäsche
Foto: 5/shutterstock.com

Der Sommer naht, die Hochzeitssaison ist angebrochen. Schöne Kleider, wallende Roben… und Shapewear. Für viele Frauen ist Shapewear eine simple Möglichkeit kleine Pölsterchen verschwinden zu lassen oder der eigenen Silhouette den letzten Schliff zu geben.

Nun war es auch bei mir soweit. Eine Hochzeitseinladung stand ins Haus und ich fühlte mich mit meinem nach wie vor weichen After-Baby-Bauch noch nicht so wirklich in Form. Damit ich in meinem Maxi-Kleid nicht gleich wieder für schwanger gehalten werde, höre ich also auf den eine gute Freundin, die auf Shapewear schwört.

Mit Mermaid-Slip lässt After-Baby-Bauch verschwinden

Gesagt, getan. Die Auswahl ist groß. In nahezu jedem Onlineshop gibt es Shapewear. Ob als Body mit und ohne Bein, als Unterkleid oder Slip. Da meine Problemzone der Bauch ist, entscheide ich mich für einen schwarzen Mermaid-Slip. Sprich einen Slip, der bis hoch zur Taille reicht. Bei der Größe bin ich mir unsicher. Ich entscheide mich für meine normale Konfektionsgröße sowie die Nachbargrößen. Man weiß ja nie… Viele Frauen kaufen ihre Shapewear eine Nummer kleiner. Letztlich ist es Geschmackssache, denn als ich wenige Tage später das erste Mal in eine „Miederhose“ – wie meine Oma sagen würde – schlüpfe, bin positiv ich überrascht: Der Slip sitzt wirklich gut, ohne, dass ich mich eingeengt oder gequetscht fühle – Gründe, weswegen ich bisher auf Shapewear verzichtet habe.

Der Slip liegt gut an, schneidet nicht ein und nahtlos zeichnet sich nichts unter der Kleidung ab. Er reicht optimal bis zur Taille, formt eine schöne Silhouette und bringt meinen Bauch in eine klasse Form. Ein Bäuchlein ist noch zu sehen, nun allerdings straff und schön. Meine zwei Kinder sieht man nun nicht mehr. Ich bin begeistert! Alles sieht sehr natürlich aus, so wie ich es mag. Von mir aus kann es los gehen.

Am Tag der Hochzeit schlüpfe ich – last minute – in mein Outfit. Schnell noch den Slip. Aber trägt man eigentlich etwas drunter? Keine Zeit, um Google zu befragen, also kurz probiert: Mit geht gar nicht. Also nur den Slip an und los geht es. Ich überlege noch kurz, ob ich normale Unterwäsche mitnehmen soll, entscheide mich dann aber dagegen. Eine Entscheidung, welche ich an dem Tag noch oft bereuen werde…

„Schon bald fühle ich mich wie Pamela Anderson in Baywatch“

Schon während der einstündigen Fahrt merke ich, wie sich der Slip langsam verabschiedet. Rollend bewegt er sich nach unten. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Aber vielleicht sitzt er nur nicht richtig!? Mich beschleicht das ungute Gefühl, dass ich doch lieber noch normale Unterwäsche hätte mitnehmen sollen.

Anne Harms Gastautorin
Unsere Gastautorin Anne

Bei der Feier angekommen, lümmel ich mich in eine dunkle Ecke und zupfe an mir herum, in der Hoffnung, dass nun alles sitzt. Solange ich nur stehe und schön aussehe, passt auch alles. Doch da meine Kinder mit von der Partie sind, bin ich ständig in Bewegung, bücken, laufen, in die Hocke, da rutscht einfach alles. Ich merke, wie sich der Slip nicht nur von oben abrollt, nein er rutscht auch von unten hoch. Schon bald fühle ich mich wie Pamela Anderson in Baywatch, mit einem Beinausschnitt bis zu den Achseln. Na toll. Ich frage mich, ob man mir eigentlich ansieht, wie bescheiden meine Wäsche sitzt. Klar, die Braut ist die Nummer eins und so, aber wenn ich nur annähernd so aussehe wie ich mich fühle… Gute Nacht.

Mein Bauch ist inzwischen sauber geteilt in unten – Shapewear flach und oben – heraus quillender After-Baby-Bauch. Das dunkle-Ecke-Gezupfe ist auch vergebens. Also fahre ich die härteren Geschütze auf und gehe zur Toilette. Ich klappe den Slip so um, dass er einfach wie ein normaler Slip sitzt und stürze mich frohen Mutes ins Getümmel. Doch dann der Supergau: Als ich mich zu meinen Kindern bücke, rutscht mir das gute Stück fast über den Hintern. Ich trete genervt den Rückzug zur Toilette an.

Der Slip macht sich selbständig

Egal was ich mache, von oben rollt sich der Slip immer wieder ab, während er mir von unten nicht nur in den Hintern rutscht, sondern auch noch einen Beinausschnitt verpasst, der seines gleichen sucht. The 80ies are back! Ich bereue nun endgültig keine Reservewäsche mit zu haben. Nur was tun? Ich kann ja schlecht ohne Unterwäsche herumlaufen, oder? Mmh… ich trage ein Maxikleid, sehen wird man da ja sowieso nichts und soll das auch nicht total angenehm luftig sein??? Es gibt ja Frauen, die gerne mal „ohne“ herumlaufen. Also, warum nicht auch mal was Neues wagen? Also aus das Ding! Schlimmer kann es ja nicht mehr werden…

Denkste! Bei jedem Bücken und Kind-hoch-heben rutscht mir nun mein Kleid ungeniert in die Pofalte. Da sieht doch jeder, dass ich nichts drunter trage. Wie peinlich. Ich versuche mein Kleid möglichst unauffällig heraus zu pulen und frage mich womit ich das verdient habe bzw. warum mir niemand gesagt, worauf ich beim Kauf achten muss? Ich bin froh, als endlich das Essen serviert wird. Nicht weil ich einen solchen Hunger hätte. Nein, ich bin froh, dass ich sitzen kann und niemand sieht, dass sich mein toller Mermaid-Slip mal wieder abrollt. Denn so luftig ohne Wäsche, das ist dann doch nicht so mein Fall. Dann lieber das ultimative 80ies Feeling. Ist doch gerade eh ganz in…

Auch wenn ich rückblickend über den Tag lachen kann, habe ich euch hier einige Tipps zusammengestellt, damit ihr die passende Wäsche findet. In diesem Sinne: Lasst es Krachen, Mädels!

  • Anprobieren ist das A und O. Bewegt euch dabei! Denn nur so seht ihr, ob die Wäsche auch bei einem flotten Walzer an Ort und Stelle bleibt. Rollt sich etwas, schneidet die Wäsche ein? Dann versucht eine andere Größe oder ein anderes Modell.
  • Probiert bei der Größe ein wenig herum. Wichtig ist, dass nichts zwickt, alles sitzt und ihr euch wohl fühlt. Sonst wird gerade das lange Tragen unangenehm.
  • Unterwäsche drunter ja oder nein? Das ist Geschmackssache habe ich gelernt. Wenn ihr welche tragen wollt, probiert es vorher aus, damit nichts aufträgt oder das Höschen aus dem Höschen lugt.
  • Achtet darauf, dass eure Shapewear keine Nähte hat. Den sogenannten Lasercut. Nähte fühlen sich unschön an und sind gerade bei engeren Kleidungsstücken gut sichtbar. Selbiges gilt für Strass oder andere Verzierungen.
  • Es gibt verschiedene Modelle, welche verschiedene Problemzonen formen. Achtet hier nicht nur auf eure Problemzone, sondern auch, welches Kleidungsstück ihr mit der Shapewear kombinieren wollt. Blake Livley, präsentierte kürzlich unfreiwillig ihre Miederhose mit Bein. Das gute Stück war einfach nicht für ein Kleid mit langem Beinschlitz gemacht. 😉
Autorin: Anne Rosalia Harms
Anne ist ein Großstadtkind, gestrandet in der norddeutschen Pampa. Hier lebt sie als Freiberuflerin, passionierte Hobbygärtnerin und Mutter von zwei Kindern. Schöne Kleidung näht sich Anne auch gerne selbst, denn für große Frauen mit Kurven haben die Designer leider nur wenig in Petto.

Anna

Gründerin anbou

Viele Jahre habe ich mit mir und meiner Figur gekämpft. Heute ist Plus-Size ein Teil von mir, zu dem ich offen stehe. Für schöne, feminine Mode habe ich schon immer eine große Schwäche gehabt. Ich liebe kräftige Rottöne, taillierte Kleider und weiche Pastelltöne. Mit anbou will ich andere Frauen dazu ermutigen, zu sich und ihrer Figur zu stehen. Schönheit kennt keine Größe! Ihr wollt mit mir in Kontakt treten? Schreibt mir einfach an peters@anbou.de.

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anbou - das sind wir: Najat und Anna, zwei waschechte Plus Size Ladys. Wir bloggen, recherchieren und kommentieren Themen, die kurvige Frauen bewegen - von Mode bis Karriere, von Body Positivity bis hin zu Beauty Tipps.