Karriere: Kann ich! Mach ich! Wann soll ich?

Sabine Schorn Vorzeigeunternehmerin

Berufsziel Unternehmerin? In Deutschland eher selten. Vorbild-Unternehmerin Sabine Schorn wirbt bei jungen Frauen für das Unternehmertum – und sieht mangelndes Selbstbewusstsein beim weiblichen Geschlecht : „Frauen machen sich meist kleiner als sie sind.“

Sabine Schorn gehört zu den Menschen, die sofort bemerkt werden, wenn sie den Raum betreten. Sie strahlt einfach eine Präsenz und Selbstsicherheit aus. Das fällt mir bei unserem Treffen in ihrem Büro in Köln sofort auf. Mit einem festen Händedruck und Lächeln begrüßt sie mich.

Mit ihren rund 25 Berufsjahren kann sie jetzt schon auf eine steile Karriere zurückblicken. Die studierte Architektin und Immobilien-Ökonomin hat zunächst als Angestellte gearbeitet, unter anderem im Öffentlichen Dienst. Aber das war auf Dauer nicht ihre Welt. „Es ist zu wenig dynamisch und die Arbeit wird nicht gewürdigt“, sagt sie. Dann wechselt sie zu einer Versicherung in den Kapitalanlagebereich und macht Karriere – bis auf die Vorstandsebene.

Von Sigmar Gabriel zur Vorbild-Unternehmerin ernannt

Obwohl sie als Angestellte fest im Sattel sitzt, lässt sie der Gedanke an ihr eigenes Unternehmen nie los. „Schon seit meinem Uniabschluss habe ich nebenbei selbständig gearbeitet.“ 2004 dann wagt sie den Schritt und gründet SchornConsult, ein Unternehmen rund um die Immobilienbewertung und –beratung, für Privat- wie Geschäftskunden gleichermaßen.

Seit elf Jahren jetzt ist die knapp 1.80 m große Frau Unternehmerin aus Leidenschaft. Für eine Frau ist ihre Karriere nach wie vor ungewöhnlich. Wenige Vertreter ihres Geschlechts wagen es, in einem MINT-Bereich Unternehmerin zu werden. Das findet Sabine Schorn schade und engagiert sich daher als Vorbild-Unternehmerin der BMWi – Initiative (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) „FRAUEN unternehmen“. Sie und rund 180 weitere Frauen sind von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel als Vorbild-Unternehmerinnen auserwählt worden. Seit etwa einem Jahr werben die Vorzeigeunternehmerinnen für das Berufsbild Unternehmerin und setzen daran, die Sichtbarkeit weiblicher Unternehmer in der Öffentlichkeit zu erhöhen.

Frauen unternehmen: Vorzeigeunternehmerin
Sabine Schorn ist Vorzeigeunternehmerin

Tipp im Beruf: Immer selbstbewusst auftreten

„Ich möchte jungen Frauen Vorbild sein“, erklärt Schorn ihre Motivation bei der Initiative mitzumischen und fügt hinzu. „Es ist schade, dass es das nicht schon zu meiner Jugendzeit gegeben hat.“ Sie selbst hat Glück gehabt, ihre Familie war ihr Rollenvorbild. Schon ihre Großeltern und Eltern waren Unternehmer. Und hier hat sie früh gelernt, dass man im Leben Verantwortung übernehmen muss – für Personal, Kapital und alle Bereiche einer Firma, sowie last but not least auch für sich selbst.

Wer erfolgreich unternehmen will, braucht neben Verantwortungsgefühl und Fachwissen aber auch eine Eigenschaft ganz besonders: Vertrauen in die eigenen Stärken. Und genau daran hapert es bei einigen Frauen, so Sabine Schorns Beobachtung. „Viele Frauen machen sich kleiner als sie sind“, sagt sie. Zum Beispiel, wenn man eine Frau fragt, ob sie Englisch spreche. Dann antworte diese oft nach dem Schema: „Ja, kann ich, aber ich habe nur eine 2 in der Schule gehabt.“ Stellt man diese Frage einem Mann mit gleichguten Englischkenntnissen würde dieser voller Überzeugung mit seinen besten Sprachkenntnissen prahlen. „Bei Männern ist immer etwas Schaum dabei.“

Frauen treten im Beruf oft vorsichtiger auf, zeigen auch einmal Unsicherheiten oder Zweifel. „Das ist in allen Bereichen schwierig, auch wenn man zum Beispiel Geld bei der Bank braucht“, weiß Schorn. Die Unternehmerin rät anderen Frauen daher, immer erst einmal selbstbewusst aufzutreten. Wenn Schorn von einem Kunden wegen eines neuen, auch schwierigen Projekts angesprochen wird, dann antwortet sie stets: „Ja, kann ich! Mach ich! Wann soll ich?“

„Für mich hat das Thema Gewicht keine Relevanz“

Die studierte Architektin wirkt auf mich wie eine echte Powerfrau, die ihre Stärken kennt und bewusst einsetzt. Ob sie sich ihr Ego dank ihres beruflichen Erfolgs erarbeitet hat, möchte ich daher von ihr wissen. „Ich glaube, so bin ich schon immer gewesen“, antwortet sie. Ich erzähle ihr, dass ich mir mein eigenes Selbstbewusstsein hart erarbeiten musste, dass ich früher immer dachte, ich müsste schlanker sein, um etwas zu erreichen. Erst mit Mitte/Ende 20 habe ich endlich gelernt, mich so zu lieben, wie ich bin. Sabine Schorn ist genau wie ich Plus-Size Frau. „Aber für mich hat das Thema ‚Gewicht‘ keine Relevanz“; sagt die Vorbild-Unternehmerin, „außer es schadet der Gesundheit“, fügt sie hinzu.

Unser Gespräch ist fast zu Ende, der nächste Kunde wartet auf einen Rückruf. Und ich bin fasziniert, dass sie so cool mit ihrem Übergewicht umgeht. Woran liegt es, dass die meisten Frauen so genau auf ihre Kilos achten? „Ich glaube, dass oft die Eltern den Grundstein legen, dass Frauen sich über ihr Aussehen definieren. Dabei sollen Eltern Ihren Kindern Vertrauen schenken und Ihnen das Gefühl vermitteln, du bist ok, so wie du bist.“

Da ist etwas dran, oder? Wie selbstbewusst geht ihr mit euren Kilos und euren Skills im Beruf um? Wir sind gespannt auf eure Meinung!

Anna

Gründerin anbou

Viele Jahre habe ich mit mir und meiner Figur gekämpft. Heute ist Plus-Size ein Teil von mir, zu dem ich offen stehe. Für schöne, feminine Mode habe ich schon immer eine große Schwäche gehabt. Ich liebe kräftige Rottöne, taillierte Kleider und weiche Pastelltöne. Mit anbou will ich andere Frauen dazu ermutigen, zu sich und ihrer Figur zu stehen. Schönheit kennt keine Größe! Ihr wollt mit mir in Kontakt treten? Schreibt mir einfach an peters@anbou.de.

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