Plötzlich Mama

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Anna von anbou ist vor kurzem Mutter geworden. Seitdem steht ihr Leben Kopf. Ihr Alltag wird bestimmt von Dreimonatskoliken und chronischem Schlafentzug. Was das mit ihr macht und warum sie nicht mehr der Mensch sein kann, der sie früher war, lest ihr hier.

Wenn ich einmal ein Baby haben würde – so der Plan meines jüngeren Ich’s – dann würde ich immer noch ich bleiben. Natürlich würde ich eine tolle und sorgende Mutter abgeben, keine Frage. Aber ich wäre hoch motiviert, der Mensch zu bleiben der ich bin: gesellige Freundin, liebende Ehefrau, engagierte Unternehmerin, leidenschaftliche Bloggerin, motivierte Ehrenamtlerin. Doch jetzt hat mich die Realität eingeholt.

Vor kurzem bin ich – endlich! – Mama geworden. Viele Jahre mussten mein Mann und ich dafür kämpfen, der Weg war kein leichter. Jetzt ist mein größter Wunsch in Erfüllung gegangen. Wir haben einen kleinen propperen Sohn (wir nennen ihn hier mal MJ). Ich liebe ihn seit dem Augenblick, als ich ihn im Krankenhaus das erste Mal gesehen habe. Doch seit diesem Moment hat er mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Und ich frage mich ernsthaft, ob ich meine eigenen Ansprüchen jemals wieder gerecht werden kann.

Ausreichend schlafen? Gesund kochen? Regelmäßig duschen? In den ersten Wochen nach MJs Geburt hat all das nicht mehr funktioniert. Ich war an manchen Tagen schon froh, wenn ich es geschafft habe, mir etwas sauberes anzuziehen und die Haare zu kämmen. Meine Ansprüche an Hygiene, Pflege und Ästhetik musste ich deutlich nach unten schrauben. Und Clean Eating wurde durch schnelle Küche und Nervennahrung ersetzt.

Ein Stück weit musste ich mich aufgeben

Für meinen kleinen Sohn bedeute ich die Welt. Das ist wundervoll und ich genieße es jeden einzelnen Tag. Doch dahinter steckt auch eine große Bürde. Denn ein Stück weit musste (!) ich mich aufgeben, um dieser Rolle als Mutter überhaupt gerecht werden zu können. Es ging nicht anders. Ich bin nicht mehr genau der Mensch, der ich früher einmal war:

Gesellige Freundin? Pustekuchen! Telefonisch erreichen mich selbst meine liebsten Freundinnen nur schwerlich. Und wenn ich doch einmal ans Telefon gehe, erzähle ich von Dreimonatskoliken oder MJ schreit in den Hörer. (Falls eine von meinen Mädels das hier lesen sollte: Es tut mir Leid. Ich habe euch lieb – bitte habt Geduld mit mir!)

Liebende Ehefrau? Ich würde sagen, ich bin immerhin bemüht :) Aber der chronische Schlafentzug tut sein übriges…

Anna Peters anbou

Motivierte Ehrenamtlerin? Letzte Woche bin ich mit MJ im Maxi Cosi zum ersten Mal zur Vorstandssitzung unseres SPD Ortsvereins gegangen. Ich wollte mal testen, wie es ist als Mama mit Baby am politischen Leben teilzunehmen. Und es ist ein Drahtseilakt. Vor allem wenn der Kleine gerade einen Heulattacke hat und niemand mehr im Raum ein Wort versteht. Immerhin waren alle verständnisvoll, als MJ und ich uns dann nach eineinhalb Stunden frühzeitig verabschiedet haben. Meine Nerven lagen nämlich blank.

Leidenschaftliche Bloggerin? Bisher habe ich es immerhin ohne Ausnahme geschafft, meine Beiträge pünktlich zu veröffentlichen. Das läuft besser als gedacht. Aber auch nur, weil meine liebe Schwiegermama gerade zum Beispiel auf MJ aufpasst, damit ich überhaupt zum Schreiben komme. Zeit fürs Vernetzen oder Events habe ich leider überhaupt nicht.

Teile meines alten Ich’s wach halten

Ich bin nicht mehr genau der Mensch, der ich früher einmal war. Meinen alten Ansprüchen kann ich heute nicht mehr genügen. Das zu akzeptieren, ist nicht immer leicht. Aber ich möchte trotzdem immer wieder versuchen, mich nicht zu vergessen und Teile meines alten Ich’s wach zu halten. Daher werde ich auch jetzt als Mama weiter bloggen, ich werde weiter an dem ein oder anderen Kundenprojekt arbeiten und nach Weihnachten nur mit meinem Mann alleine einen halben Tag ins Phantasialand gehen. Und ich freue mich auch schon auf die erste Verabredung mit meinen Mädels im neuen Jahr.

 

 

 

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Anna

Gründerin anbou

Viele Jahre habe ich mit mir und meiner Figur gekämpft. Heute ist Plus-Size ein Teil von mir, zu dem ich offen stehe. Für schöne, feminine Mode habe ich schon immer eine große Schwäche gehabt. Ich liebe kräftige Rottöne, taillierte Kleider und weiche Pastelltöne. Mit anbou will ich andere Frauen dazu ermutigen, zu sich und ihrer Figur zu stehen. Schönheit kennt keine Größe! Ihr wollt mit mir in Kontakt treten? Schreibt mir einfach an peters@anbou.de.

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anbou - das sind wir: Najat und Anna, zwei waschechte Plus Size Ladys. Wir bloggen, recherchieren und kommentieren Themen, die kurvige Frauen bewegen - von Mode bis Karriere, von Body Positivity bis hin zu Beauty Tipps.