Hilfe, ich bin 30! – Und warum Konsum nicht alles ist (Teil 2)

Meine Sinnkrise mit Ende 20 hat mich dazu gebracht erstmal alles in meinem Leben in Frage zu stellen. Gehe ich achtsam mit mir um? Tue ich Dinge, weil sie von mir erwartet werden oder wirklich tun möchte? Tun die Leute in meiner Umgebung mir gut? Erfüllt mich mein Job auf lange Sicht? Bin ich glücklich? Was erwarte ich eigentlich vom Leben? Was bedeutet eigentlich Glück für mich?

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Bild von: wavebreakmedia/shutterstock.com

Wenn man beginnt sich solche Fragen zu stellen, dann kommt man nicht umhin sein persönliches Umfeld kritischer zu betrachten und auch das eigene Verhalten. Konsum diente oft als eine Art Ablenkung. Rückblickend kann ich manchmal nur mit dem Kopf schütteln, wenn ich daran denke wie viele ausgedehnte und exzessive  Shoppingtrips ich mit meinen Mädels in der Stadt gemacht habe und wie viele Tüten voller Kleidung mit heim durften. Klar, ich hatte viele wunderschöne und lustige Momente mit meinen Mädels, die ich nicht mehr missen mag. Das Kopfschütteln verursacht eher der verschwenderische Umgang mit Ressourcen. Eins merkt man über die Jahre: Konsum macht nicht wirklich glücklich. Die meisten von uns kennen das. Oft glaubt man unglaublich tolle Stücke gefunden zu haben, aber wenn man dann zu Hause ist und das erste Hochgefühl erstmal verflogen ist, bereut man den Einkauf meist. Neue Kleidungsstücke bleiben im Schrank hängen, ohne sie jemals zu tragen oder sogar das Etikett zu entfernen.

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Auffälliger Schmuck wird nur eine kurze Zeit getragen und verschwindet dann in der Schublade. Die Küche beherbergt so viele Vorräte, dass man teilweise schon vergisst, was man bereits daheim hat und kauft sie dann doppelt oder wirft sie beim nächsten Frühjahrsputz weg. Und warum? Na, weil es so unglaublich bequem ist. Warum  selbst Dinge in die Hand nehmen, recherchieren oder in Frage stellen, wenn es für jedes Problem ein Produkt gibt. Wenn man sich mit kleinen Dingen eine Freude bereiten kann, auch wenn diese nur kurz anhält.

Warum ich für meine kleine Sinnkrise so dankbar bin? Ich war gezwungen umzudenken. Brauche ich all diese Dinge und Gegenstände in meinem Leben? Wie viel gebe ich in Summe für Konsumprodukte aus? Und welche Konsequenzen hat mein persönliches Konsumverhalten auf die Umwelt?

Nach und nach habe ich in den letzten Monaten mein Konsumverhalten sukzessive angepasst. Dinge ausprobiert und wieder verworfen. Hier ein paar nützliche Tipps, dieschnell umzusetzen sind und mit Sicherheit einige von euch kennen und Leben.

  1. Kosum von Büchern und Zeitschriften: Holt euch einen Bibliotheksausweis. Ich lese unheimlich gerne. Ich verschlinge regelrecht Unmengen an Bücher. Auf Dauer ist das ein sehr teures Hobby. Die meisten Bücher habe ich oft nur einmal gelesen und stehen nun dekorativ im Bücherregal. Eine Freundin hatte mich wieder dazu gebracht, in die Bibliothek zu gehen und dort das Angebot zu erkunden. Mein Fazit? Es lohnt sich.Vor allen in Großstädten. Das Angebot kann sich sehen lassen und der Katalog umfasst viele aktuelle Werke. Das freut meinen Geldbeutel und ich habe zudem eine viel größere Auswahl.
  2. Hausmittel selbst herstellen: Die Suche nach einem passenden Reinigungsmittel im Supermarkt kann einen meist überfordern. Gefühlt kommen täglich neue Superreiniger auf dem Markt, die wahre Wunder versprechen. Die Verpackungen werden immer bunter und ansprechender, aber die Reinigungsleistung nicht unbedingt besser. Mein Haushaltsschrank ist mittlerweile voll mit diversen Reinigungs- und Waschmitteln. Mittlerweile werden auch diverse Hausmitteln von Bloggern und Youtubern vorgestellt und empfohlen. Leider sind die meisten solcher Reiniger schädlich für die Umwelt. Ein überteuertes Reinigungsprodukt aus dem Bio-Supermarkt war für mich jedoch keine wirkliche Alternative. Stattdessen suchte ich nach Haushaltsmitteln, die nicht nur effektiv, sondern auch günstig sind. Hier gibt es eine Vielzahl an Hausmittel (Waschsoda, Natron, Essig, Zitronensäure), die genauso gut reinigen, wie teure Reiniger und nichts desto trotz nur einen Bruchteil kosten. Hier kann ich euch wirklich die Seite smarticular.net ans Herz legen. Eine liebevoll gestaltete Webseite mit unschlagbaren Tipps zu natürlichen und nachhaltigen Mittel für den Haushalt, Beauty und Gesundheit.
  3. Warum immer nur Plastik? Es gibt mittlerweile nichts, das nicht in Kunststoff eingehüllt ist. Bemerkbar macht sich das vor allem in der Küche und bei Lebensmitteln? Da man nicht zwingend die Verpackungsgestaltung der Hersteller beeinflussen kann, habe ich versucht meinen Plastikkonsum daheim zu beschränken. Schraubgläser statt Gefrierbeutel nutzen zum Einfrieren von Speisen. Stofftragetasche statt statt Plastikbeutel.

Ich könnte die Liste unendlich lang weiterführen. Für mich ist er Weg eines nachhaltigeren Lebens noch eine sehr lange Reise, die gerade erst begonnen hat. Für mich bedeutet das nicht, dass ich keine Kosmetika oder Kleidung kaufen, aber weniger und nur noch Dinge, die ich wirklich nutzen werde.

Najat

Gründerin anbou

Auch ich zähle zu den Frauen, die ihr ganzes Leben dem Irrglauben unterlag nur mit Kleidergröße 36/38 ist das Leben schön und quälte mich so von einer Lifestyle-Diät zur nächsten. Die Farbe schwarz und kaum figurbetonte Stücke dominierten meinen Kleiderschrank. Mit Ende zwanzig erkannte ich, dass nicht die Kleidergröße meine Zufriedenheit bestimmt, sondern ich selbst. Ich liebe Fashion, ausgiebige Shoppingtouren und meine Beautysammlung lässt meine Freunde jedes Mal staunen. Ich will Farbe in meinem Leben und die Dinge ausprobieren, die mir Freude bereiten. Anbou soll mich auf diese Reise begleiten und Frauen ermutigen diesen Weg mit mir gemeinsam zu gehen. Schreibt mir unter bouamoud@anbou.de.

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