Hilfe, ich bin 30! – Eine erste Bilanz  (Teil 1)

Ich bin 30. Ein Meilenstein im Leben eines jungen Menschen. Ich muss gestehen, dass ich mich ab meinem 25. Lebensjahr ein wenig davor fürchtete 30 zu werden. Warum? Gar nicht so einfach zu beantworten. In den 20er hatte ich eine ganz klare Vorstellung davon, wie mein Leben mit 30 auszusehen hat. Ich wollte mich selbstverwirklichen, Dinge erreichen und mein persönliches Glück finden. Und das alles möglichst ohne Fehler zu machen.

Sean Locke Photography/shutterstock.com
Sean Locke Photography/shutterstock.com

Wie so viele andere wollte ich einem gewissen gesellschaftlichen Ideal entsprechen. Schlank und erfolgreich. Ich erstellte aufwendige Pläne, Ziele und To-Do Listen. Ich suchte ständig nach neuen Wegen, um mein Ziel zu erreichen. Durch Social Media wurde der Druck noch verstärkt. Ob nun bei Youtube, Pinterest, Facebook, Instagram oder Snap Chat. Ständig wird einem suggeriert, dass ein erfolgreiches Leben mit tollen Job, tollem Partner, einem wahnsinnigen Body,  vorbildlicher Ernährung und makelloser Schönheit problemlos zu erreichen ist, wenn man nur hart an sich arbeitet.  Man fängt an sich mit anderen zu vergleichen und sieht nur noch Menschen, die erfolgreicher, attraktiver oder sportlicher sind. Es bleibt ein Gefühl von Minderwertigkeit zurück.

Aus der persönlichen Unzufriedenheit ist eine ganze Industrie entstanden. Besucht man heute eine Buchhandlung, findet man ganze Regale voller Ratgeber zur Selbstoptimierung, positiven Denken und Erfolgsgeschichten. Auch ich habe solche Bücher in der Vergangenheit verschlungen mit der Hoffnung eine optimale Lösung zu finden. Aber meine Suche fand nie ein Ende.

Sinnkrise

Es ist nicht so, dass ich eines Morgens aufgewacht bin und dachte: War das alles? Es war ein langer und schleichender Prozess. Ich kam nicht umher meinen eigenen Lebensentwurf zu überdenken. Mir die Frage zu stellen, ob ich ein Leben führe, von dem ich  glaube, es führen zu müssen oder wirklich führen will?

Buchempfehlungen: Raus aus der Glücksfalle (zum Thema Akzeptanz und Wirkung von Selbsthilfebüchern), Safari des Lebens (zum Thema Sinn des Lebens), Komm ich erzähl dir eine Geschichte
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Eine Frage, die erstmal Panik auslöst. Herauszufinden, was man will oder was man vom Leben erwartet, macht erstmal Angst und kann auch nicht ad hoc beantwortet werden. Es bedarf Zeit und viel Geduld. Ich habe angefangen in mich hineinzuhören und versucht den Druck von außen auszublenden. Hierbei haben mir ein paar Dinge geholfen:

  1. Für die Dinge Zeit zu nehmen, die einem etwas bedeuten und Freude bereiten. Hierzu zählt für mich unter anderem anbou.de.  Artikel über persönliche Themen (Bodyshaming-Endlich-Frei) zu schreiben, war für mich vor ein paar Jahren undenkbar gewesen und ist nun ein Teil von mir, der mir viel Freude bereitet.
  2. Achtsamkeit, d.h. Zeit für sich selbst zu nehmen ohne Ablenkung von außen. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten, z.B. ein schönes Schaumbad ohne mit dem Tablet online zu surfen oder Radio im Hintergrund, Atem- oder Entspannungsübungen (Meditation, Yoga, Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training) etc.
  3. Selbstfürsorge statt Pflichtbewusst: Zu Dingen auch mal “ NEIN“ sagen, die man nicht tun will oder von denen man weiß, dass sie einem nicht gut tun.
  4. Zeit mit Menschen verbringen, die einem wichtig sind und Energie schenken.

Meine Sinnkrise mit Ende 20 begreife ich heute als Chance. Ich versuche mein Leben neu zu gestalten auch wenn der Weg noch etwas holprig ist.

Im nächsten Teil möchte ich euch mehr zu meinem veränderten Konsumverhalten berichten und euch von meinem eigenen kleinen Projekt zu einen „einfachen und nachhaltigerem Leben“ erzählen.

Najat

Gründerin anbou

Auch ich zähle zu den Frauen, die ihr ganzes Leben dem Irrglauben unterlag nur mit Kleidergröße 36/38 ist das Leben schön und quälte mich so von einer Lifestyle-Diät zur nächsten. Die Farbe schwarz und kaum figurbetonte Stücke dominierten meinen Kleiderschrank. Mit Ende zwanzig erkannte ich, dass nicht die Kleidergröße meine Zufriedenheit bestimmt, sondern ich selbst. Ich liebe Fashion, ausgiebige Shoppingtouren und meine Beautysammlung lässt meine Freunde jedes Mal staunen. Ich will Farbe in meinem Leben und die Dinge ausprobieren, die mir Freude bereiten. Anbou soll mich auf diese Reise begleiten und Frauen ermutigen diesen Weg mit mir gemeinsam zu gehen. Schreibt mir unter bouamoud@anbou.de.

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anbou - das sind wir: Najat und Anna, zwei waschechte Plus Size Ladys. Wir bloggen, recherchieren und kommentieren Themen, die kurvige Frauen bewegen - von Mode bis Karriere, von Body Positivity bis hin zu Beauty Tipps.