Gastbeitrag: Die perfekte Umkleidekabine

Janina Die Nachbarin bloggt
Janina von „Die Nachbarin“

Wie sieht sie aus – die perfekte Umkleidekabine? Bloggerin Janina hat sich für anbou auf Spurensuche begeben.

Ich erinnere mich ganz gut, es war während meiner Schulzeit. Mit meiner Freundin Marion ging ich damals in ein großes Kaufhaus shoppen. Obwohl wir beide rothaarig sind,  hätten wir unterschiedlicher kaum sein können. Während ich mit 16 relativ muskel- und fettbefreit darauf wartete, irgendeine Körbchengröße zu erreichen, war sie sportlich, klein und rund.

Auf der Suche nach passenden Schwimmanzügen streiften wir wenig motiviert durch die Bademodenabteilung und zogen uns dann unauffällig in die Umkleidekabinen zurück. Dort blieben wir für gewöhnlich nicht lange alleine. Eine übermotivierte Verkäuferin, eilte zur Beratung hinzu und riss mit einem energischen Ruck den Vorhang auf. Marion reagierte blitzschnell und wickelte sich darin ein. Den Rest der Zeit verbrachte ich damit, meine widerstrebende Freundin aus dem Vorhang zu pellen.

Diese Erfahrung hat meine Freundschaft mit den kleinen Kabinen des Grauens nicht unbedingt gefestigt. Wann immer ich mit ihnen bzw. in ihnen zu tun habe, fühle ich mich unwohl. Vor allem, wenn ich Hosen, Bademoden oder Dessous shoppen muss. Aus irgendeinem Grund sind Umkleidekabinen-Beleuchter der Meinung, dass schummriges Licht gut ist, um den Körper jenseits der 30 in Szene zu setzen.

Ich kann nur sagen: Das Gegenteil ist der Fall! Denn, wo sanftes indirektes Licht ist, da sind leider auch viele Schatten und zwar in jeder Delle. „Der Ladenplaner kann Orangenhaut nicht verhindern. Aber er kann dazu beitragen, dass sie nicht sofort sichtbar wird“, schreibt dazu Christine Teichmann und rät. „Der Großteil des Lichtes sollte entweder von vorne kommen oder über den Spiegel von vorne reflektiert werden“. Sie muss es wissen, denn sie ist Ingenieurin für Innenausbau und Möbelbau und seit fast zwanzig Jahren im Ladenbau tätig.

Plus Size Lifestyle
Bild von: fiphoto/shutterstock.com

Auch der Lichthersteller Philips hat sich 2014 mit dem Thema befasst und eine Studie beauftragt. Ergebnis: Die Umkleidekabine hält Platz eins der unbefriedigendsten Erlebnisse beim Einkaufen. Dabei könnte sie so viel mehr sein, als eine absolute Spaßbremse! Ich habe mal ein bisschen geträumt und meine Lieblingsumkleide zusammengezimmert. Hier ist sie:

  • Sie ist groß genug für zwei ausgewachsene Menschen und einen Haufen Kleider.
  • Die Tür schließt perfekt.
  • Der Boden ist angenehm, fußwarm und sauber.
  • Das Lichtsystem lässt sich manuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
  • Es gibt Haken und Kleiderstangen und Ablagen ohne Ende. Auch für die eigenen Klamotten, die Handtasche und Einkaufstüten.
  • Die Haken sind gekennzeichnet mit „Ja – Nein – Vielleicht“ oder wahlweise auch „Yeah! – Hm?! – Ist das Euer Ernst???“.
  • Es gibt zwei bequeme Sitze: einen für die Käuferin und einen für die beratende Freundin.
  • Alleinkäufer können per Knopfdruck eine Beraterin anfordern. Alternativ steht ihnen eine im Spiegel eingelassene Avatarin zur Seite, die in dezenter Lautstärke ihre freundlichen, aber ehrlichen Tipps zu Sitz, Farbe und Kombinationsmöglichkeiten kundtut und zwischendurch noch ein paar stimmungserhellende Komplimente macht.
  • Ausreichend viele verstellbare Spiegel sorgen für eine 360 Grad-Ansicht.
  • Die Klimatisierung lässt einen nicht vor Kälte erstarren, aber auch nicht vor Hitze eingehen.
  • Ein kaum wahrnehmbarer Duft sorgt für Frische in der Kabine, ein Deospray für Frische unter den Achseln.

Ach ja, und meine Traumkabine ist natürlich immer in der Nähe und absolut immer frei!

Habe ich etwas Existentielles vergessen? Dann schreibt mir und wir bauen gemeinsam weiter an der besten Umkleidekabine der Welt!!! Einem Ort an dem wir uns endlich wohl fühlen können und shoppen wieder Spaß macht.

Autorin: Janina Mogendorf von „Die Nachbarin“

Najat

Gründerin anbou

Auch ich zähle zu den Frauen, die ihr ganzes Leben dem Irrglauben unterlag nur mit Kleidergröße 36/38 ist das Leben schön und quälte mich so von einer Lifestyle-Diät zur nächsten. Die Farbe schwarz und kaum figurbetonte Stücke dominierten meinen Kleiderschrank. Mit Ende zwanzig erkannte ich, dass nicht die Kleidergröße meine Zufriedenheit bestimmt, sondern ich selbst. Ich liebe Fashion, ausgiebige Shoppingtouren und meine Beautysammlung lässt meine Freunde jedes Mal staunen. Ich will Farbe in meinem Leben und die Dinge ausprobieren, die mir Freude bereiten. Anbou soll mich auf diese Reise begleiten und Frauen ermutigen diesen Weg mit mir gemeinsam zu gehen. Schreibt mir unter bouamoud@anbou.de.

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anbou - das sind wir: Najat und Anna, zwei waschechte Plus Size Ladys. Wir bloggen, recherchieren und kommentieren Themen, die kurvige Frauen bewegen - von Mode bis Karriere, von Body Positivity bis hin zu Beauty Tipps.