Bodyshaming – Endlich frei

In Zeiten in denen Lifestyle Diäten und das Gewicht mein Leben bestimmt haben, habe ich nur solche Sportarten betrieben, die möglichst viele Kalorien verbrennen. Wenn ich mich heute zurückerinnere, habe ich mich sehr oft durch meine Workouts gequält. Sobald ich mein Wunschgewicht erreichte, verflog auch meine Lust das Training fortzuführen. Heute verstehe ich, dass es nicht daran lag, dass ich „ach so disziplinlos“ bin, sondern ich mich schlichtweg zu Sportarten gezwungen habe, die mir keinen Spaß bereiten. Wenn es eins gibt, dass ich in der letzten Zeit gelernt habe, ist, dass ich mich zu nichts mehr zwingen darf, ob im Job, in meiner Freizeit, innerhalb meines Umfeldes oder bei sonstigen Aktivitäten.

Nicht nur mein Pflichtbewusstsein hat mich daran gehindert neues auszuprobieren, sondern vor allem meine Scham. Ich habe mit 16 Jahren aufgehört schwimmen zu gehen, weil ich mich so unglaublich geschämt habe. Ich habe mich partout in keinen Badeanzug mehr getraut.

Ich habe mir etwas vorgemacht und mir immer wieder gesagt, dass wenn ich nur genügend abnehme, ich mich wieder mit einem Badeanzug in die Öffentlichkeit trauen werde. Jahre vergingen und das Gewicht reduzierte sich, aber es war nie gut genug. Selbst bei einer normalen Figur hatte ich das Gefühl erstmal weiter abzunehmen zu müssen. Ich konnte mich einfach nicht überwinden und war somit fast 14 Jahre lang nicht mehr schwimmen. Auch das gute Zureden meiner Freunde hat nicht geholfen. Die Unsicherheit nicht einem gesellschaftlichen Ideal zu entsprechen, war einfach zu groß.

Foto. Stephanie Kunde
Foto. Stephanie Kunde

Bis heute. Ich habe begonnen mich so zu nehmen, wie ich bin und aufgehört mich grundlegend verändern zu wollen. Ich habe aufgehört von der perfekten Figur zu träumen oder mich zu hassen, wenn eine weitere Diät gescheitert ist. Ich war geduldig mit mir und habe gelernt auch einmal Nein zu sagen. Diese Freiheit hat mir erlaubt meinen inneren Kritiker verstummen zu lassen. Heute schäme ich mich nicht mehr für mich oder meine Figur. Ich gehe wieder schwimmen und seit einigen Monaten sogar ziemlich regelmäßig. Schwimmen ist für mich die Sportart zu der ich mich nicht zwingen muss. Ich mache sie freiwillig und gerne. Selbst bei einem vollen Terminkalender, zieht es mich spätestens alle paar Tage ins Wasser, weil es mir sonst fehlt.

Diese Freiheit wünsche ich mir für so viel mehr Frauen. Lasst euren inneren Kritiker verstummen und seid geduldig mit euch. Es lohnt sich.

Najat

Gründerin anbou

Auch ich zähle zu den Frauen, die ihr ganzes Leben dem Irrglauben unterlag nur mit Kleidergröße 36/38 ist das Leben schön und quälte mich so von einer Lifestyle-Diät zur nächsten. Die Farbe schwarz und kaum figurbetonte Stücke dominierten meinen Kleiderschrank. Mit Ende zwanzig erkannte ich, dass nicht die Kleidergröße meine Zufriedenheit bestimmt, sondern ich selbst. Ich liebe Fashion, ausgiebige Shoppingtouren und meine Beautysammlung lässt meine Freunde jedes Mal staunen. Ich will Farbe in meinem Leben und die Dinge ausprobieren, die mir Freude bereiten. Anbou soll mich auf diese Reise begleiten und Frauen ermutigen diesen Weg mit mir gemeinsam zu gehen. Schreibt mir unter bouamoud@anbou.de.

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anbou - das sind wir: Najat und Anna, zwei waschechte Plus Size Ladys. Wir bloggen, recherchieren und kommentieren Themen, die kurvige Frauen bewegen - von Mode bis Karriere, von Body Positivity bis hin zu Beauty Tipps.